Flucht vor dem Nebel – Winterwanderung auf die Rigi
Am 8. Februar 2026 lag das ganze Luzerner Seetal unter einer dichten Nebeldecke. Schon am Morgen war klar: Wenn ich an diesem Tag Sonne sehen wollte, musste ich hinauf in die Berge. Also beschloss ich kurzerhand, dem Nebel zu entfliehen – mit Ziel Rigi.
Die Rigi wird nicht umsonst die „Königin der Berge“ genannt. Sie liegt zwischen Vierwaldstättersee, Zugersee und Lauerzersee und ist mit ihrem höchsten Punkt auf 1797 Metern einer der bekanntesten Aussichtsberge der Schweiz. Wer es bis über die Nebelgrenze schafft, wird hier oft mit einer fantastischen Fernsicht und einem beeindruckenden Nebelmeer belohnt.
Mit dem öffentlichen Verkehr fuhr ich von Gelfingen nach Küssnacht am Rigi. Dort begann meine Wanderung auf rund 460 Metern Höhe – mitten im dichten Nebel. Die Landschaft wirkte still und fast ein wenig geheimnisvoll. Bäume und Wiesen tauchten nur schemenhaft aus dem Grau auf.
Der Weg führte zuerst hinauf zur Seebodenalp. Von dort ging es weiter Richtung Rigi Staffel. Auf diesem Abschnitt war ich fast alleine unterwegs. Nur selten begegnete ich anderen Wanderern. Einige Stellen auf dem Weg waren noch eisig, weshalb ich vorsichtig Schritt für Schritt weiter bergauf ging.
Mit zunehmender Höhe wurde die Spannung immer grösser: Würde ich heute tatsächlich über die Nebeldecke kommen?
Kurz vor Rigi Staffel war es dann so weit. Plötzlich wurde das Licht heller – und wenige Minuten später stand ich über dem Nebel. Unter mir lag ein weisses, ruhiges Nebelmeer, darüber strahlte die Sonne vom blauen Himmel. Ein Moment, der jedes Mal aufs Neue beeindruckt.
Auf der Rigi Staffel herrschte eine ganz besondere Stimmung. Jemand spielte auf einer Handorgel, und die Musik passte perfekt zu dieser winterlichen Bergszenerie. Viele Ausflügler waren mit der Bahn hinaufgefahren und genossen ebenfalls die Aussicht auf das Nebelmeer und die umliegenden Berge.
Natürlich durfte auch die Kamera nicht fehlen. Die Kombination aus Sonne, Bergen und der weiten Nebellandschaft bot unzählige schöne Fotomotive.
Für den Rückweg nahm ich die Zahnradbahn hinunter nach Arth-Goldau. Von dort ging es wieder mit dem öffentlichen Verkehr zurück ins Luzerner Seetal – zurück in den Nebel.
Doch die kleine Flucht in die Sonne hatte sich mehr als gelohnt.